Fiona Milone - Ihr Seelen-Guide auf Zeit

Der kristallisierende Moment

Mit Psychologie hatte ich die ersten beruflichen Jahre meines Lebens nur bedingt zu tun. Als Grafik-Designer und Mediengestalter streift man dieses Feld zwar, aber eher peripher – mit dem Ziel Produkte zu verkaufen. Nach meinem Studium habe ich mich selbstständig gemacht und mich hochgearbeitet. Ich war durchaus zufrieden mit meinem Job, er zeigte mir, dass man mit guten Ideen und Kreativität gut verdienen und ebenso gut leben konnte. Nach einiger Zeit geriet die Branche allerdings ins Schlingern, die Wirtschaftskrise traf mich hart und zwang mich neu zu beginnen. Damals empfand ich das als schlimmen Schlag, heute weiß ich, dass eine sog. „kristalliesierende Erfahrung“ war, die mich auf einen ganz neuen Weg bringen sollte.

Es gibt unendlich viele Wege seine Talente und Potentiale zu entdecken und auszuleben - und das gelingt einem am besten, indem man nicht aufgibt - jedoch alten Ballast zurücklässt. Ich habe mich davon verabschiedet eine kerzengerade Karriere hin zu legen, habe meine Ängste vor Neubeginnen abgelegt und gelernt mit Selbstzweifeln und auch dem Argwohn anderer gegenüber mäandernden Lebenswegen umzugehen. Vielleicht kann ich mich zu den sog. „Wiederholungsblühern“ zählen, wie es der Psychologe und Autor Barry Scott Kaufman definiert hat - einer Art von Menschen, die sich mehrmals im Leben in unterschiedlichen Bereichen entfalten, wie beispielsweise Ian Fleming, der ein erfolgreicher Journalist, Wertpapierhändler und Geheimagent war, bevor er mit Mitte 40 anfing, die Abenteuer von James Bond niederzuschreiben.

Mein kristallisierender Moment war, als mein damaliger Chef zu mir sagte: „Verkaufen Sie eigentlich auch was, oder machen Sie nur Psychotherapie?!“ In diesem Moment wurde mir klar, dass es genau das war was ich zukünftig machen wollte. Es folgte eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie (neben meinem Job), die erfolgreiche amtsärztliche Prüfung vor der Stadt München und mehrere Weiterbildungen in Verhaltenstherapie und körper-und tiefenpsychologisch orientierter Traumatherapie.

Mittlerweile bin ich in eigener Praxis im Münchner Osten, im Stadtteil Trudering tätig und unterstütze Menschen in schwierigen Zeiten wieder "ihren" Weg zu finden. Damit kenne ich mich ja schließlich aus…

Was ich mag:

meine Familie und meinen Mann, Kokoswasser und eigentlich alles was mich Kokos ist, Reisen, meinen alten Atlas, Apulien, Olivenbäume, antike Städte und Ausgrabungen, spannende Dokumentationen, Lebensgeschichten, Überraschungen, Sonnenuntergänge,
den Geruch von Hitze auf Piniennadeln, die angenehme Wärme meiner Katze, Gemütlichkeit, indirektes Licht, Ehrlichkeit, Billy-Wilder-Filme, Rock-Konzerte, Kaminfeuer, Unkompliziertheit, das Geschnetzelte meiner Mama, Karotten selber sähen und ernten (und essen...), Siebenschläfer und Flughörnchen, mein geliebter schwarzer Tee mit Milch und Zucker, Lachen & schwarzer Humor

Was ich nicht mag:

ständig wechselndes Wetter, aufhetzende Medien, Vorurteile, Pessimismus, Kreuzfahrten, Ignoranz, Geiz, Strumpfhosen,
Eselsohren, Technik die nicht funktioniert, Campen, Horrorfilme, RTLII, glattes Papier, Hektik